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301- vs. 302-Weiterleitung: Was ist der Unterschied?

Kurz gesagt: Eine 301-Weiterleitung sagt Browsern und Suchmaschinen, dass eine Seite dauerhaft umgezogen ist — Suchmaschinen übertragen die Rankings der alten Adresse auf die neue. Eine 302-Weiterleitung bedeutet: Der Umzug ist vorübergehend — die alte Adresse behält ihre Rankings, denn die Seite kommt ja zurück. Ist eine Seite endgültig umgezogen (umbenannte Seite, Website-Umzug, neue Domain), nimm eine 301. Eine 302 nur dann, wenn du die ursprüngliche Seite wirklich zurückholen willst.

Weiterleitungen klingen nach einem technischen Detail, gehören aber zu den folgenreichsten Einstellungen einer Website: Mit der richtigen ziehen jahrelang aufgebaute Google-Rankings einfach mit an die neue Adresse. Mit der falschen können sie monatelang festhängen. Hier ist, was jede der beiden wirklich tut — in einfacher Sprache.

Was ist eine Weiterleitung?

Eine Weiterleitung ist eine Anweisung deiner Website an alle, die eine Seite unter ihrer alten Adresse aufrufen: „Diese Seite wohnt jetzt hier — geh dorthin." Browser folgen ihr sofort, sodass Besucher über alte Links oder Lesezeichen trotzdem auf der richtigen Seite landen. Die Zahl — 301, 302 — ist der HTTP-Statuscode, den der Server mitschickt. Und genau dieser Code sagt Suchmaschinen, wie sie den Umzug verstehen sollen.

Was macht eine 301-Weiterleitung (dauerhaft)?

Eine 301 sagt: Dieser Umzug ist endgültig. Dieses eine Wort ändert das Verhalten der Suchmaschinen:

  • Rankings ziehen um. Google behandelt die neue Adresse als Nachfolgerin der alten und überträgt fast die gesamte Ranking-Stärke. Deshalb kann eine Website auf eine neue Domain umziehen, ohne bei null anzufangen.
  • Der Index wird aktualisiert. In den folgenden Wochen zeigen die Suchergebnisse die neue Adresse statt der alten.
  • Browser merken sie sich. Ein Browser speichert eine 301 und springt beim nächsten Mal direkt zur neuen Adresse — ohne beim Server nachzufragen. Das ist schnell, macht eine 301 aber auch schwer rückgängig, sobald die Browser deiner Besucher sie gespeichert haben.

Nimm eine 301 für umbenannte Seiten, gelöschte Seiten mit klarem Nachfolger, http:// zu https://, www zu ohne-www (oder umgekehrt) und für jeden Website- oder Domain-Umzug.

Was macht eine 302-Weiterleitung (vorübergehend)?

Eine 302 sagt: Die Seite kommt zurück — schick die Leute solange woandershin. Suchmaschinen reagieren entsprechend:

  • Die Rankings bleiben bei der alten Adresse. Google behält die ursprüngliche Seite im Index, denn du hast ja gesagt, dass sie zurückkommt.
  • Nichts wird übertragen. Das vorübergehende Ziel erbt die Stärke der Originalseite nicht.
  • Browser speichern sie nicht. Jeder Aufruf fragt wieder beim Server nach. Du kannst die Weiterleitung also jederzeit entfernen, und die alte Seite funktioniert sofort wieder.

Echte 302-Fälle sind selten und kurzlebig: eine Produktseite, die auf „bald wieder verfügbar" zeigt, eine Seite in Wartung oder ein A/B-Test.

Welche solltest du nehmen?

Situation Nimm
Seite endgültig umbenannt oder verschoben 301
Ganze Website auf neue Domain umgezogen 301
httphttps, www → ohne www 301
Alter Blogartikel durch neuen ersetzt 301
Seite vorübergehend offline oder saisonal 302
Kurzer Test oder Kampagnen-Umleitung 302

Wenn du unsicher bist, lautet die Antwort fast immer 301. Die Fälle, die wirklich eine 302 brauchen, sind die, bei denen du schon weißt, dass die Seite zurückkommt — und ungefähr wann.

Was passiert, wenn du die falsche nimmst?

Eine 302, wo eine 301 hingehört, ist der klassische, teure Fehler. Du ziehst deine Website um, setzt vorübergehende Weiterleitungen — und Google wartet darauf, dass die alten Seiten zurückkommen. Die neuen Seiten erben die alten Rankings deshalb lange nicht. Google ist inzwischen besser darin, langlebige 302er irgendwann als dauerhaft zu behandeln, aber „irgendwann" kann Monate verlorener Sichtbarkeit bedeuten, die völlig unnötig waren.

Eine 301, wo eine 302 hingehört, ist die umgekehrte Falle: Browser und Suchmaschinen stellen sich endgültig auf den Umzug ein. Holst du die Originalseite zurück, springen Browser mit gespeicherter 301 weiter daran vorbei. Eine weit verbreitete 301 zurückzunehmen ist langsam und mühsam — genau deshalb gehört sie nie zu etwas Vorübergehendem.

Weiterleitungen beim Website-Umzug

Wenn eine ganze Website umzieht — auf eine neue Plattform, in eine neue Struktur oder auf eine neue Domain — sind 301-Weiterleitungen das, was deine Rankings mitnimmt. Die Faustregeln:

  1. Behalte URLs, wo immer es geht. Eine Seite, die ihre Adresse behält, braucht gar keine Weiterleitung — und sicherer geht es nicht. (Genau deshalb bewahrt ein originalgetreuer Umzug deine URL-Struktur.)
  2. Leite jede geänderte URL auf ihr nächstliegendes Gegenstück — Seite auf Seite, nicht alles auf die Startseite. Wer pauschal auf die Startseite umleitet, verschenkt die Stärke der alten Seiten.
  3. Lass die Weiterleitungen mindestens ein Jahr aktiv. Alte Links leben in anderen Websites, E-Mails und Lesezeichen jahrelang weiter — und Weiterleitungen kosten nichts.

Häufige Fragen

Wie lange sollte ich eine 301-Weiterleitung behalten?

Mindestens ein Jahr, am besten dauerhaft. Google empfiehlt, Umzugs-Weiterleitungen mindestens ein Jahr aktiv zu lassen, damit der Umzug vollständig verarbeitet wird. Links auf deine alten URLs existieren aber noch viel länger. Weiterleitungen zu behalten kostet nichts — sie zu entfernen schon.

Machen Weiterleitungen meine Website langsamer?

Eine einzelne Weiterleitung kostet einen einzigen, kaum spürbaren Umweg. Weh tut erst eine Weiterleitungs-Kette — alte Adresse leitet auf eine andere alte Adresse, die wieder weiterleitet. Zeige jede alte URL immer direkt auf ihr endgültiges Ziel.

Überträgt eine 301 den vollen SEO-Wert?

Fast vollständig. Google hat bestätigt, dass eine saubere 301 praktisch alle Ranking-Signale einer Seite an die neue URL weitergibt. Rechne kurzfristig mit kleinen Schwankungen, während Suchmaschinen den Umzug verarbeiten — danach erholt sich alles, sofern jede Seite auf ein wirklich gleichwertiges Ziel zeigt.

Und was ist mit 308 und 307?

Das sind die strengeren, moderneren Geschwister: 308 ist dauerhaft (wie 301), 307 vorübergehend (wie 302) — mit einem technischen Extra: Sie verbieten Browsern, die Anfrageart zu ändern, was für Formulare und Schnittstellen wichtig ist. Für normale Webseiten behandeln Suchmaschinen eine 308 wie eine 301 und eine 307 wie eine 302.

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