Eine mit Claude erstellte Website veröffentlichen
Eine gut aussehende Website mit Claude zu bauen, dauert heute einen Abend. Sie auf deine Domain zu bringen, mit einem Formular, das funktioniert, und so, dass Google sie findet: Da bleiben die meisten hängen. Die Tutorials hören beim Screenshot auf, und der Veröffentlichen-Button sieht aus, als wäre das Problem gelöst, bis man auf die Adresse schaut.
Diese Anleitung deckt alle drei Wege ab, auf denen Leute mit Claude Websites bauen: was du am Ende jeweils in der Hand hast und wie du von dort am schnellsten zu einer echten Website kommst.
Zuerst: Womit hast du die Seite gebaut?
| Gebaut mit | Was du hast | Schnellster Weg raus |
|---|---|---|
| Artefakt auf claude.ai | Eine HTML-Seite oder eine React-Komponente im Chat | Code herunterladen oder Claude bitten, daraus eine eigenständige index.html zu machen |
| Claude Design | Eine oder mehrere gestaltete Seiten in einem Projekt | Als eigenständiges HTML oder als ZIP exportieren oder an Claude Code übergeben |
| Claude Code | Einen Ordner mit Dateien auf deinem Rechner, idealerweise ein Git-Repository | Zu GitHub schieben und mit einem statischen Host verbinden |
Warum der Veröffentlichen-Button keine Website ist
Ein veröffentlichtes Artefakt kann jeder mit dem Link ansehen, ganz ohne Claude-Konto. Wie das funktioniert, beschreibt Anthropic im Hilfeartikel zum Veröffentlichen und Teilen von Artefakten. Für eine Firmenwebsite reicht das an vier Stellen nicht:
- Keine eigene Domain. Die Seite liegt unter Claudes Adresse, nicht unter deiner. Visitenkarte, Google-Unternehmensprofil und E-Mail-Signatur können nicht dauerhaft darauf zeigen.
- Die Seite drumherum gehört dir nicht. Eigenen Seitentitel, Meta-Description, Analytics oder eine Bestätigung in der Search Console kannst du nicht einbauen, weil die äußere Seite zu Claude gehört.
- Rankings landen nicht bei dir. Selbst wenn ein Artefakt indexiert wird, gehört die Autorität, die es aufbaut, zu Claudes Domain. Ziehst du später auf deine eigene um, fängst du bei null an.
- Kein Backend. Ein Kontaktformular in einem Artefakt kann seine Nachrichten nirgendwohin schicken.
Nutze den Link, um Kunden oder Kollegen einen Entwurf zu zeigen. Druck ihn auf nichts.
Weg 1: Aus einem Artefakt
Öffne das Artefakt und lade es herunter oder kopier den Code. Dann prüf, um welche Art Artefakt es sich handelt:
- Ein HTML-Artefakt ist schon eine Webseite. Speichere es als
index.html, öffne es im Browser, und wenn es stimmt, kann es so auf den Host. - Ein React-Artefakt (der Code beginnt mit
importundexport default) läuft nicht allein, weil es einen Build-Schritt braucht. Die einfachste Lösung ist eine Bitte im selben Chat: „Mach daraus eine einzige, eigenständige index.html mit reinem HTML, CSS und etwas einfachem JavaScript. Kein React, kein Build-Schritt, keine externen CDN-Skripte.“
Ein Artefakt ist eine Seite. Für eine Website mit mehreren Seiten lässt du jede Seite einzeln mit demselben Header und Footer erstellen oder wechselst zu Claude Code, wo einheitliche Seiten viel leichter sind.
Weg 2: Aus Claude Design
Claude Design kann ein Projekt als eigenständiges HTML oder als ZIP mit allen Dateien exportieren und das Design an Claude Code übergeben, damit es dort weitergebaut wird. Für eine Website, die du hosten willst, ist das ZIP meist am nützlichsten: Es enthält jede Seite samt den Bildern und Styles, die sie braucht.
Zwei Dinge solltest du prüfen, bevor du einen Design-Export veröffentlichst:
- Funktioniert es auf dem Handy? Designs entstehen oft auf einer Desktop-Fläche. Öffne jede Seite im Browser, zieh das Fenster auf Handybreite zusammen und schau, was kaputtgeht. Wenn etwas kaputtgeht, lass Claude die Seiten responsiv machen, bevor du sie hostest.
- Woher kommen die Schriften? Exporte laden Schriften oft von Google Fonts. Das schickt die IP-Adressen deiner Besucher vor jeder Einwilligung an einen Dritten, und das Landgericht München hat dafür bereits Schadensersatz zugesprochen. Hoste die Schriften deshalb selbst.
Weg 3: Aus Claude Code
Der einfachste der drei Wege, denn du hast schon ein echtes Projekt. Schieb es zu GitHub und verbinde das
Repository mit deinem Host. Bei reinem HTML gibt es keinen Build-Befehl, bei Astro ist es
npm run build mit dem Ausgabeordner dist. Ab dann veröffentlicht jeder Push. Wenn die
Seite noch gar nicht steht, fängt unsere
Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie du mit Claude Code eine
Website erstellst, beim leeren Ordner an.
Wo du sie hostest
Was Claude erzeugt, ist eine statische Website: einfache Dateien, die jeder Webhost ausliefern kann. Das macht das Hosting günstig, meist kostenlos, und sehr schnell.
| Host | So lädst du hoch | Gut zu wissen |
|---|---|---|
| Cloudflare Pages | Ordner per Drag-and-drop oder Git verbinden | Großzügiger Gratis-Tarif, Drag-and-drop ist auf 1.000 Dateien und 25 MiB pro Datei begrenzt |
| Netlify | Drag-and-drop (Netlify Drop) oder Git verbinden | Hat eine eingebaute Formularverarbeitung (Netlify Forms), praktisch für ein einfaches Kontaktformular |
| GitHub Pages | In ein Repository pushen | Kostenlos für öffentliche Repositories, dazu gibt es unsere Anleitung zu GitHub Pages |
| Dein bisheriger Webhoster | Per FTP oder Dateimanager hochladen | Geht, aber jede Änderung heißt: Dateien wieder von Hand hochladen |
Die Dokumentation zum Direct Upload bei Cloudflare Pages ist eine gute Referenz für den Drag-and-drop-Weg, der ganz ohne Git auskommt.
Die Domain verbinden
- Füg in den Einstellungen deines Hosts die eigene Domain hinzu (sowohl
beispiel.deals auchwww.beispiel.de). - Der Host zeigt dir, welche DNS-Einträge du setzen musst. Meist ein CNAME für
wwwund für die Domain ohne www je nach Anbieter ein CNAME-ähnlicher Eintrag oder A-Records. - Setz diese Einträge dort, wo du die Domain gekauft hast. Die MX-Einträge lässt du in Ruhe, sonst kommen keine E-Mails mehr an.
- Warte auf SSL. Das Zertifikat wird automatisch ausgestellt, meist in Minuten, manchmal in ein paar Stunden.
- Entscheide dich für eine Variante (mit oder ohne
www) und leite die andere darauf weiter.
Was den Dateien noch fehlt
Das ist die Liste, die niemand erwähnt, und sie trennt ein veröffentlichtes Design von einer funktionierenden Website:
- Ein Kontaktformular, das ankommt. Eine statische Seite hat keinen Server, der die Nachricht annimmt. Nimm einen Formulardienst oder eine Plattform, die Formulare verarbeitet, und schick dir vor dem Start eine Testnachricht.
- Title und Meta-Description auf jeder Seite, dazu Vorschaubilder für Social Media.
- Eine
sitemap.xml, eingereicht in der Google Search Console, damit deine Seiten gefunden werden. - Impressum und Datenschutzerklärung. In Deutschland und Österreich für geschäftliche Websites Pflicht.
- Analytics mit Einwilligung, wenn du wissen willst, ob überhaupt jemand vorbeischaut.
- Bildgrößen. KI-Exporte liefern manchmal riesige Bilder. Komprimier sie, sonst ist der Geschwindigkeitsvorteil einer statischen Seite dahin.
Die Suchseite vertieft unser Artikel zu SEO für statische Websites, und was eine statische Website kann und was nicht lohnt sich, wenn du Buchungen oder einen Shop planst.
Ersetzt du eine bestehende Website? Dann müssen die neuen Seiten die alten Adressen behalten, oder jede alte Adresse braucht eine 301-Weiterleitung auf die neue. Sonst verlierst du die Rankings, die die alte Seite aufgebaut hat. Wie das geht, steht in weg von WordPress ohne Rankingverlust, und dieselben Regeln gelten, wenn die alte Seite bei Wix, Jimdo oder anderswo lief.
Die Abkürzung: ZIP hochladen und danach bearbeiten
Wenn du Hosting, DNS und Formulare nicht selbst einrichten willst, genau dafür gibt es ShiftPress. Du lädst
das ZIP aus Claude Design hoch (oder jedes ZIP mit einfachen .html-Seiten, bis zu 30 Seiten pro
Datei), wählst die Seiten aus und legst die Startseite fest. Jede wird zu einer echten Seite deiner Website: mit
sauberen Überschriften, funktionierenden Links, Bildern an ihrem Platz und einem Header und Footer, die auf der
ganzen Website geteilt sind. Das Design wird exakt so übernommen, wie es ist, deshalb verbraucht der Import keine
KI-Änderung.
Danach läuft die Seite in der EU (Frankfurt) auf deiner eigenen Domain, Kontaktformulare können in deinen Lead-Posteingang schicken, die Sitemap entsteht automatisch, und du änderst die Website, indem du im Chat beschreibst, was du willst, statt Dateien neu hochzuladen. Der Code bleibt deiner.
Aus deinem Claude-Design eine Website machen, die du bearbeiten kannst
ZIP hochladen, echte bearbeitbare Seiten auf deiner Domain bekommen und sie danach per Chat ändern. Kostenlos starten, ohne Kreditkarte.
Design mitbringen ↗Nach dem Start: Änderungen
Der erste Änderungswunsch kommt meist innerhalb einer Woche: eine neue Telefonnummer, ein Preis, ein Foto. Bei einem Artefakt oder Design-Export heißt das: zurück zu Claude, neu erzeugen, neu hochladen und hoffen, dass sich dabei nichts anderes verändert hat. Bei einem Claude-Code-Projekt heißt es: eine Sitzung im Terminal. Unser Leitfaden eine statische HTML-Website bearbeiten vergleicht die realistischen Möglichkeiten, von der Datei selbst bis zum CMS oder KI-Editor.
Häufige Fragen
Kann ich für ein veröffentlichtes Claude-Artefakt meine eigene Domain nutzen?
Wie exportiere ich eine Website aus Claude Design?
Kann ich eine mit Claude erstellte Website kostenlos hosten?
Wird ein veröffentlichtes Claude-Artefakt bei Google gefunden?
Wie bekommt eine mit Claude gebaute Website ein funktionierendes Kontaktformular?
React-Artefakt oder HTML-Artefakt: Was kann ich direkt hosten?
Das Fazit
Der Veröffentlichen-Button ist zum Teilen eines Entwurfs da. Eine Website braucht deine eigene Domain, einen Host, ein Formular, das ankommt, und die Grundlagen, die Suchmaschinen erwarten. Hol die Dateien aus Claude heraus, leg sie auf einen statischen Host, verbinde die Domain und arbeite die Liste ab. Oder lade das ZIP dort hoch, wo diese Teile für dich erledigt werden.
Entscheide in beiden Fällen jetzt, wie die erste Änderung nach dem Start laufen soll. Sie kommt früher, als du denkst.