Website-Baukasten kündigen und wechseln, ohne Rankings zu verlieren
„Ich will meinen Website-Baukasten kündigen“ ist fast immer die falsche erste Handlung. Die richtige Frage ist nicht, wie du kündigst, sondern in welcher Reihenfolge du wechselst. Ein Baukasten bündelt oft Seite, Domain und E-Mail in einen Vertrag, und wenn du diesen Vertrag beendest, verschwindet gern mehr als nur die Rechnung. Dieser Ratgeber zeigt dir die sichere Reihenfolge, mit der du gehst, ohne deine Seite, deine E-Mail oder deine Google-Rankings zu verlieren.
Warum du niemals zuerst kündigen solltest
Eine Kündigung reißt die Live-Seite oft sofort ab. Bei vielen Baukästen ist die Seite nur online, solange das Abo läuft, also ist sie in dem Moment weg, in dem du kündigst, ohne Übergangsfrist. Weil Domain und E-Mail häufig im selben Bundle stecken, kann die Kündigung außerdem die Domain freigeben und deine Postfächer abschalten. Und du verlierst die Vorlage: Die alte Seite ist die beste Quelle für die Texte und Bilder, aus denen du die neue Seite baust. Ist sie offline, arbeitest du aus dem Gedächtnis. Zuerst zu kündigen tauscht ein paar gesparte Euro gegen ein Wochenende in Panik.
Die sichere Reihenfolge, Schritt für Schritt
- Seite auf der neuen Plattform neu aufbauen. Deine Inhalte werden übernommen und als saubere neue Seite nachgebaut. Verlass dich nicht auf einen Export: Baukästen geben selten sauberen Code heraus, und einige gar keinen.
- Domain behalten oder übertragen. Fordere den AuthCode (Auth-Info) an, wenn du die Domain zu einem anderen Anbieter überträgst, oder hänge einfach die DNS-Einträge auf die neue Seite um und lass die Domain, wo sie ist. Wichtig ist, dass die Domain dir gehört und nicht mit dem Baukasten-Paket verschwindet.
- E-Mail und Postfächer separat umziehen. Wenn deine geschäftliche E-Mail beim Baukasten liegt, richte sie vorher bei einem eigenen E-Mail-Anbieter ein und ziehe die Postfächer um. Erst dann darf das alte Paket enden.
- Für jede alte URL eine 301-Weiterleitung auf ihr neues Ziel setzen. Eine 301-Weiterleitung sagt Google und Besuchern dauerhaft, wohin eine Seite umgezogen ist, sodass der Ranking-Wert mitwandert. Gehe jede alte Adresse durch und leite sie auf die passende neue Seite.
- Alles testen. Prüfe, dass die neue Seite live ist, dass die Weiterleitungen die alten Adressen zur richtigen neuen Seite führen und dass deine E-Mail ein- und ausgeht. Klicke dich durch die wichtigsten Seiten und Formulare, bevor du weitergehst.
- Erst jetzt das alte Baukasten-Paket kündigen. Wenn die neue Seite steht, die Domain sicher ist, die E-Mail läuft und die Weiterleitungen greifen, kannst du kündigen. Achte auf das Verlängerungsdatum, damit du nicht kurz vor einer neuen Abbuchung stehst und keine unnötige Periode mitzahlst.
Hinweise je Baukasten
Wix oder Squarespace. Beide geben keinen sauberen Code heraus, den du woanders weiterverwenden kannst, also ist der Weg ein Neuaufbau der Seite, nicht ein Export-Import. Wie das konkret aussieht, steht in Wix- oder Squarespace-Website umziehen.
Jimdo. Jimdo bietet gar keinen Export, deine Inhalte lassen sich nur direkt von der Live-Seite übernehmen. Umso wichtiger ist es, erst umzuziehen und zu kündigen, solange die Seite noch online steht. Mehr dazu in der Jimdo-Alternative.
STRATO oder IONOS. Hier steckt die Seite meist in einem Bundle mit deutschem Hosting und E-Mail, also hängt an der Kündigung mehr als die Website. Sichere Domain und Postfächer zuerst. Die Details stehen in der STRATO-Homepage-Baukasten-Alternative und den IONOS-Homepage-Baukasten-Alternativen.
Den vollen Überblick über alle Anbieter findest du im Homepage-Baukasten-Vergleich.
Wie du es Google mitteilst und Rankings behältst
Rankings gehen beim Wechsel nicht verloren, weil du die Plattform tauschst, sondern weil Adressen ins Leere laufen. Drei Dinge halten sie stabil: Behalte dieselben URLs, wo es geht. Setze für jede geänderte Adresse eine 301-Weiterleitung auf ihr neues Ziel. Und reiche danach deine Sitemap neu in der Google Search Console ein, damit Google die neue Struktur zügig sieht. Wie du den Umzug sauber ankündigst, steht in Google den Umzug mitteilen und Weg von WordPress ohne Rankingverlust. Die offizielle Grundlage liefert Googles Anleitung zum Website-Umzug mit URL-Änderungen.
Baukasten wechseln, ohne den riskanten Teil
ShiftPress liest deine bestehende Seite ein, baut sie als schnellen, eigenen Code neu und richtet die 301-Weiterleitungen automatisch ein, sodass deine Google-Rankings mitwandern. Danach bearbeitest du alles per Chat oder per Klick, ohne Entwickler. Du machst die neue Seite fertig, bevor du beim alten Anbieter kündigst.
Website umziehen ↗Häufige Fragen
Soll ich meinen Baukasten vor oder nach dem Umzug kündigen?
Verliere ich Domain oder E-Mail, wenn ich kündige?
Wie behalte ich meine Google-Rankings beim Wechsel?
Kann ich umziehen, wenn mein Baukasten keinen Export hat?
Unterm Strich
Einen Website-Baukasten zu kündigen ist der letzte Schritt, nicht der erste. Bau die neue Seite auf, sichere Domain und E-Mail, setze die 301-Weiterleitungen und teste alles, solange das alte Paket noch läuft. Erst wenn die neue Seite live ist und sauber greift, kündigst du. In dieser Reihenfolge verlierst du weder deine Seite noch deine E-Mail noch deine Google-Rankings: erst umziehen, dann kündigen.