Was kostet eine Website für einen Verein? Preise, Pflichten und was Vereine sparen können
Ob Sportverein, Musikverein oder Förderverein: Eine Website ist für die meisten Vereine längst Pflicht. Hier finden neue Mitglieder die Trainingszeiten, Eltern den Ansprechpartner und Sponsoren den Grund, sich zu engagieren. Bezahlt wird sie aus der Vereinskasse, und gepflegt meist von einem Ehrenamtlichen.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine einfache Vereinswebsite gibt es kostenlos oder ab rund 5 Euro im Monat mit einem Baukasten.
- Professionell erstellt kostet sie ab rund 1.000 Euro, realistisch ab 2.000 Euro.
- Die Domain gehört auf den Verein, nicht auf eine Privatperson, und die Zugänge gehören dokumentiert.
- Für Fotos von Mitgliedern, besonders von Kindern, brauchst du in der Regel eine Einwilligung.
- Gemeinnützige Vereine können Google Ad Grants nutzen: bis zu 10.000 US-Dollar Suchanzeigen im Monat.
Was eine Vereinswebsite kostet
| Weg | Einmalig | Laufend | Wer pflegt? |
|---|---|---|---|
| Gratis-Tarif eines Baukastens | 0 € | 0 €, mit Werbung und ohne eigene Domain | Ehrenamtliche |
| Baukasten mit eigener Domain | 0 € | ab ca. 5 € im Monat | Ehrenamtliche |
| WordPress, selbst betrieben | 0 € bis einige hundert Euro | 50–150 € im Jahr für Domain und Hosting | Ehrenamtliche, inklusive Updates |
| Professionell erstellt | ab ca. 1.000 €, meist ab 2.000 € | Hosting plus 20–100 € im Monat Betreuung | Dienstleister |
Für die meisten kleinen Vereine ist ein Baukasten mit eigener Domain der vernünftige Weg. Welcher Baukasten was kann: der Homepage-Baukasten-Vergleich. Wie wenig eine kleine Seite grundsätzlich kosten muss, steht in Was kostet eine einfache Website.
Die Mehrwertsteuer zählt mit
Ein Punkt, den Angebote gern verschweigen: Viele gemeinnützige Vereine können sich die Mehrwertsteuer nicht vom Finanzamt zurückholen. Für sie zählt der Bruttopreis. Ein Angebot über 2.000 Euro netto kostet den Verein dann 2.380 Euro, und ein Betreuungsvertrag über 79 Euro netto 94,01 Euro im Monat. Rechne Angebote deshalb immer brutto, bevor du sie in der Mitgliederversammlung vorstellst. Im Zweifel klärt das dein Steuerberater.
Das eigentliche Risiko: der Vorstandswechsel
Die typische Geschichte einer Vereinswebsite: Ein engagiertes Mitglied baut sie, registriert die Domain auf den eigenen Namen und pflegt sie jahrelang. Dann zieht die Person weg oder tritt aus, und niemand hat die Zugangsdaten. Drei Dinge verhindern das:
- Die Domain auf den Verein registrieren, nicht auf eine Privatperson.
- Zugänge dokumentieren und beim Vorstand hinterlegen: Domain, Hosting, Baukasten, E-Mail.
- Ein System wählen, das auch der Nachfolger bedienen kann. Eine Seite, die nur einer versteht, ist ein Risiko für den Verein.
Warum es so wichtig ist, dass dir die Seite und die Domain wirklich gehören: Kein Lock-in, deine Seite gehört dir.
Was eine Vereinswebsite rechtlich braucht
- Impressum: In aller Regel mit Vereinsname, Anschrift, den vertretungsberechtigten Vorstandsmitgliedern und, beim eingetragenen Verein, Registergericht und Registernummer.
- Datenschutzerklärung: Spätestens mit einem Kontakt- oder Anmeldeformular verarbeitet der Verein personenbezogene Daten.
- Fotos von Mitgliedern: Wer auf Bildern erkennbar ist, muss der Veröffentlichung in der Regel zustimmen. Bei Kindern und Jugendlichen braucht es die Einwilligung der Eltern. Viele Vereine holen sie deshalb schon mit dem Aufnahmeantrag ein.
Wir sind keine Rechtsberatung. Frag bei deinem Dachverband, ob er Mustertexte für Mitgliedsvereine bereitstellt.
Was Vereine sparen können
Gemeinnützige Vereine können sich bei Google for Nonprofits registrieren und über Google Ad Grants kostenlose Suchanzeigen im Wert von bis zu 10.000 US-Dollar im Monat schalten, etwa um neue Mitglieder oder Ehrenamtliche zu finden. In Deutschland läuft die Prüfung der Gemeinnützigkeit über Stifter-helfen, das dort auch vergünstigte Software vermittelt. Voraussetzung ist eine Website, auf die die Anzeigen führen können.
Wenn niemand mehr Zeit für die Website hat
Für größere Vereine, bei denen die Website mehr Arbeit macht, als ein Ehrenamt tragen kann: Wir bauen die Startseite kostenlos neu und pflegen die Seite danach ab 79 Euro im Monat netto. Änderungen schickt ihr uns in einem Satz, und der Code gehört dem Verein.
Betreuung ansehen ↗Welcher Weg passt zu eurem Verein?
- Kleiner Verein, eine engagierte Person: Baukasten mit eigener Domain. Günstig, und die Pflege ist überschaubar.
- Mittlerer Verein mit mehreren Abteilungen: Ein Baukasten oder WordPress mit klar verteilten Zuständigkeiten, damit nicht alles an einer Person hängt.
- Großer Verein, viele Inhalte, wenig Zeit: Eine betreute Lösung, bei der jemand anderes die Arbeit macht. Was Betreuung kostet, steht in Was kostet Website-Betreuung.
Welche Kosten bei Angeboten gern versteckt sind, auch für Vereine: Versteckte Kosten einer Website.
Häufige Fragen
Was kostet eine Website für einen Verein?
Gibt es kostenlose Websites für Vereine?
Braucht eine Vereinswebsite ein Impressum?
Darf ein Verein Fotos von Mitgliedern auf die Website stellen?
Welche Förderung gibt es für die Website eines Vereins?
Das Fazit
Eine Vereinswebsite muss nicht viel kosten, und für kleine Vereine reicht oft ein günstiger Baukasten. Entscheidend ist, dass die Seite dem Verein gehört und nicht einer Person: Domain auf den Verein, Zugänge beim Vorstand, und ein System, das auch der Nachfolger bedienen kann.